JDF-Vernetzung bei der Mediengruppe UNIVERSAL

Seit 2004 ist die Mediengruppe Universal einer der Pioniere beim Aufbau einer „vernetzten Druckerei“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein grundlegend neues Modell für die Organisation des industriellen Druckereibetriebes. 

Unübersehbar hat sich seit dem Ende der 90er-Jahre das grafische Gewerbe von seinen traditionell handwerklichen Strukturen zu einer Industrie entwickelt. Waren industrielle Fertigungsstrukturen bis dahin den Großbetrieben des Tiefdrucks, des Rollenoffset und der Verpackungsherstellung vorbehalten, so ist dies seit einigen Jahren auch Unternehmen unserer Größenordnung möglich.

Begonnen hat dieser Wandel mit der Umstellung von Produktionsverfahren in Layout, Satz und Lithografie auf die sog. DTP-Produktion Ende der 80er-Jahre. Das Auftauchen der ersten Apple-Macintosh-Rechner löste in Lithoanstalten, Werbeagenturen und Setzereien eine Revolution aus und innerhalb von nicht einmal zehn Jahren sind Fotosatz, Trommelscanner und manuelle Lithografie am Ätzbecken durch QuarkXPress, InDesign, Digitalfotografie und Photoshop verdrängt worden.

Aufgrund der vollständigen Digitalisierung der Druckvorstufe konnten seit Mitte der 90er-Jahre erstmals Druckplatten ohne Zuhilfenahme von Filmen belichtet werden.

 
Cippi-Award
Die Geschäftsführer der Mediengruppe Universal, Helmut Stoppe (links) und Albert Contzen (rechts), erhalten den „CIPPI-Award 2006“ von CIP4-Sekretär Stefan Daun (Mitte).

Parallel dazu wurde ein Verfahren entwickelt, aus den bei der Plattenbelichtung verwendeten Daten die Farbbelegung auf dem späteren Druckbogen zu errechnen. Diese so genannten CIP-3-Farbprofile werden über eine Leitung direkt an die Druckmaschine gesendet, damit dort eine automatische Voreinstellung der Farbsteuerung ermöglicht wird. Die konsequente Nutzung dieser Technologie ab Herbst 2000 führte bei der Mediengruppe Universal zu deutlich verkürzten Rüstzeiten an allen Druckmaschinen und damit auch zu schnelleren Auftragsdurchlaufzeiten. Das war der Startschuss für die Vernetzung des Betriebes.
 
Eine viel weit gehendere Vernetzung wurde aber mit der Schaffung des so genannten JDF-Daten-formates eingeleitet (JDF = Job Definition Format). Der Grundgedanke der JDF-Vernetzung ist die komplette Versorgung aller Bereiche des Unternehmens mit Auftragsinformationen in einem genormten Datenformat. Dadurch soll zum einen die bisher übliche „Auftrags-Lauftasche“ nahezu überflüssig werden, zum anderen ist damit ein gleicher Informationsstand über alle auftrags-relevanten Daten im ganzen Betrieb möglich. Zeitgemäße Systeme in Auftragsmanagement, Druckvorstufe, Druckmaschinen und Buchbinderei sind in der Lage, Informationen in diesem Datenformat zu generieren, zu interpretieren und zur Gerätesteuerung zu nutzen. Im Grunde handelt es sich dabei um nichts anderes als ein Konzept des Computer Integrated Manufacturing (CIM), bezogen auf die Charakteristika der Druckindustrie.
 
Die Mediengruppe Universal hat als eines der ersten Unternehmen in Deutschland einen solchen JDF-Ablauf eingeführt. Anlässlich der Weltmesse der Druckindustrie DRUPA 2004 konnten der Druckmaschinenhersteller KBA aus Würzburg bzw. Radebeul und das Softwareunternehmen HIFLEX aus Aachen die weltweit erste realisierte JDF-Verbindung zwischen einer KBA-Druckmaschine und dem HIFLEX-Auftragsmanagement-System bei uns realisieren.

Die JDF-Vernetzung bei der Mediengruppe Universal:

JDF-Vernetzung

Zertifizierungen

Seit Dezember 1996
TÜV Süd: Zertifizierungsurkunde
ISO 9001:2008

Seit Juli 2005
vdmb/Fogra: Zertifizierungsurkunde
ProzessStandard Offsetdruck

Seit März 2008
SGS: FSC-Zertifikat

Seit März 2008
SGS: PEFC-Zertifikat